Junge Frau mit Smartphone zögert vor einem Anruf – Symbolbild für Telefonangst und fehlende Online-Terminbuchung in Therapiepraxen

„Wir brauchen keine Online-Terminbuchung. Unsere Patienten rufen an.“

Und ja – sie rufen an. Das Telefon klingelt. Die Anmeldung arbeitet. Der Kalender ist voll.

Aber hier kommt die unangenehme Frage: Woher weißt du eigentlich, wie viele Patienten es gar nicht erst versuchen? Du siehst nur die, die durchkommen. Nicht die, die abspringen. Und genau dort beginnt das Problem.

Telefonangst ist kein TikTok-Trend. Sie ist Realität.

Telefonieren fühlt sich für viele junge Menschen nicht normal an. Sondern anstrengend. Unkontrollierbar. Stressig: Keine Mimik. Keine Denkpause. Keine Möglichkeit, eine Formulierung zu korrigieren.

Für jemanden mit Schmerzen oder Unsicherheit wird aus einem simplen Anruf schnell eine Hürde. Und diese Generation wächst nicht „da raus“. Sie gestaltet die Kommunikation neu.

Telefonangst & Online-Terminbuchung – Zahlen zur Entwicklung

  • Laut Bitkom-Umfrage geben besonders 16–29-Jährige an, Telefonate möglichst zu vermeiden oder aufzuschieben.
  • Psychologische Fachbeiträge ordnen Telefonangst als Form sozialer Unsicherheit ein, die im digitalen Zeitalter zunimmt.
  • 64 % der Menschen in Deutschland haben bereits mindestens einmal einen Arzttermin online gebucht (Bitkom).
  • Nur 18 % lehnen Online-Terminbuchung grundsätzlich ab.
  • Besonders unter 40-Jährige erwarten digitale Self-Service-Angebote im Gesundheitsbereich.

Was das bedeutet: Digitale Terminbuchung ist kein Nischenangebot mehr. Sie entwickelt sich zum Standardzugang im Gesundheitswesen.

Und jetzt wird es wirtschaftlich

Das Gesundheitssystem steht unter Druck:

Niemand weiß, wie sich die Versorgung in fünf oder zehn Jahren verändert. Aber eines ist klar: Wer in Zukunft bestehen will, braucht Sichtbarkeit, Zugänglichkeit und Patientenbindung.

Und genau hier wird Online-Terminbuchung für Therapeuten strategisch relevant. Nicht als Komfortfunktion. Sondern als Zugangssystem.

Wir wollen die älteren Patienten nicht verlieren – verlieren aber die jungen

Viele Praxen sagen zu Recht:

„Wir müssen aufpassen, dass ältere Patienten mit der Digitalisierung klarkommen.“

Absolut richtig. Aber während wir uns darauf konzentrieren, niemanden zu verlieren, der analog bleiben möchte, verlieren wir möglicherweise die, die digital erwarten. Das ist der eigentliche Denkfehler.

Online-Terminbuchung ersetzt das Telefon nicht. Sie ergänzt es. Aber sie entscheidet, ob deine Praxis für die nächste Generation selbstverständlich erreichbar ist – oder nicht.

Der eigentliche Widerstand: Angst vor Kontrollverlust

Wenn man ehrlich ist, geht es selten um Technik. Es geht um Vertrauen. Viele Praxisinhaber denken:

„Ich gebe doch meinen Kalender nicht aus der Hand.“

Das klingt vernünftig. Ist aber technisch überholt. Online-Terminbuchung bedeutet nicht, dass Patienten frei in deinem Kalender wühlen.

Du definierst:
• Welche Terminarten buchbar sind
• Wie viele Slots pro Tag freigegeben werden
• Welche Zeitfenster reserviert bleiben
• Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen

Die Software arbeitet innerhalb deiner Regeln.

Eine gute Online-Terminlösung terminiert nicht schlechter als eine Anmeldekraft.
Sie arbeitet konsequenter.

Funktioniert das auch mit gesetzlich Versicherten?

Ja. Online-Terminbuchung mit gesetzlich Versicherten funktioniert – wenn Prozesse klar strukturiert sind.

Zum Beispiel:

  • Eigene Terminart „Ersttermin mit Verordnung“
  • Vorab-Abfrage des Heilmittels
  • Begrenzte wöchentliche Kontingente
  • Automatische Hinweise zu mitzubringenden Unterlagen
  • Integration in die Praxissoftware

Online-Terminbuchung für Therapeuten ist kein Luxus für Selbstzahler. Sie ist ein strukturierter Zugang – auch für GKV-Patienten. Und sie wird mit jeder Generation selbstverständlicher.

Die stille Gefahr: Unsichtbarer Patientenverlust

Stell dir vor, ein 25-jähriger Patient mit Rückenschmerzen googelt:

Physiotherapie mit Online-Terminbuchung“

Er klickt auf deine Website. Findet nur eine Telefonnummer. Zögert. Schließt den Browser.
Er ist nicht gegen dich. Er ist nicht unzufrieden. Er hat einfach keinen passenden Zugang gefunden. Und vielleicht bucht er woanders.

Online-Terminbuchung für Therapeuten entscheidet in solchen Momenten über Sichtbarkeit und Abschluss, nicht über Therapiequalität, sondern über Zugang.

Was bedeutet das konkret für deine Praxis?

Digitalisierung ist keine Imagefrage. Sie ist Versorgungsstrategie.

Niemand fordert, das Telefon abzuschaffen. Aber wenn deine Praxis ausschließlich telefonisch terminiert, triffst du eine strategische Entscheidung: Du bedienst die, die anrufen. Und verlierst die, die nicht anrufen können.

Gerade in einem System mit wirtschaftlichem Druck, unsicheren Reformen und steigenden Erwartungen solltest du dir diese Frage stellen: Will ich nur funktionieren wie bisher? Oder will ich zukunftsfähig bleiben?

Eine strukturierte Online-Terminbuchung kann:

  • Hemmschwellen senken
  • Terminbuchungen außerhalb der Öffnungszeiten ermöglichen
  • Telefonspitzen reduzieren
  • jüngere Zielgruppen erreichen
  • No-Shows in Kombination mit Erinnerungen reduzieren

Und ja: Sie funktioniert auch mit gesetzlich Versicherten, wenn Terminarten und Kontingente klar definiert sind.

Ob über eine integrierte Lösung wie praxx.me in Verbindung mit einer Praxissoftware oder ein anderes System – entscheidend ist nicht das Tool, sondern die strategische Entscheidung.

Die Frage ist nicht, ob das Telefon funktioniert

Die Frage ist, ob es noch reicht.

Telefonangst ist real. Digitale Erwartungshaltung ist real. Wirtschaftlicher Druck ist real.

Online-Terminbuchung für Therapeuten ist keine Mode. Sie ist eine Antwort auf verändertes Verhalten. Und vielleicht ist genau jetzt der Zeitpunkt, nicht nur an die Patienten von heute zu denken – sondern an die von morgen.