Bild vo Raphael Schweda, Geschäftsführer der HENARA GmbH

Vom Radsportprofi zum Physio-Tech-Unternehmer

mit Raphael Schweda

Gastgeber: Kilian Brätz

Episode 41

Die Folge im Überblick

Kilian Brätz spricht mit HENARA-Mitgründer Raphael Schweda über dessen Weg vom Profi-Radsport über die Finanz- und Start-up-Welt zur Gründung von HENARA.

Im Gespräch geht es um die Verbindung von Praxissoftware und Abrechnung, persönliche Betreuung, offene Schnittstellen und die Zusammenarbeit mit fyzo. Auch die Einführung neuer Software in Praxen, das Patientenportal und digitale Terminabläufe kommen zur Sprache.

Zum Schluss diskutieren beide die Telematikinfrastruktur, elektronische Verordnungen und Blankoverordnungen. Schweda beschreibt, warum digitale Lösungen aus seiner Sicht vor allem die Abläufe für Praxen und Patienten vereinfachen sollen.

Einordnung: Die Aufnahme stammt aus November 2024. Genannte Preise, Webinartermine, Produktstände und Prognosen geben den damaligen Gesprächsstand wieder.

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Mehr über die Zusammenarbeit mit fyzo findest du auf unserer Partnerseite.

25. November 2024

Vom Gastgeber KILIAN BRÄTZ:

Schon seit einiger Zeit arbeiten wir mit unserer Softwarefirma fyzo eng mit Henara zusammen. Deshalb kenne ich den CEO Raphael Schweda bereits ziemlich gut. Aber ich wollte ihn unbedingt für unsere Reihe PVS Systeme interviewen – und endlich hat es geklappt! Was mich besonders fasziniert hat: Wie Raphael Henara ausrichtet. Mit einem Fokus auf das Große und Ganze, einer Haltung von Kooperation statt Konfrontation und vor allem: den Kunden immer im Mittelpunkt. Genau darüber haben wir gesprochen – und vieles mehr! Außerdem teilt Raphael wertvolle Einblicke aus seiner Zeit als Profi-Radsportler und wie diese Erfahrungen ihm heute helfen sein Unternehmen zu führen und vor allem, was er anders macht.

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00:00 „Vom Radsportprofi zum Physio-Tech-Unternehmer“ – so lautet das Motto der neuen Folge von Physio Vibes. Schon seit einiger Zeit arbeiten wir mit unserer Softwarefirma fyzo eng mit HENARA zusammen. Deshalb kenne ich den CEO Raphael Schweda bereits ziemlich gut. Aber ich wollte ihn unbedingt für unsere Reihe PVS-Systeme interviewen. Und endlich hat’s geklappt! Was mich besonders fasziniert hat, wie Raphael HENARA ausrichtet. Mit einem Fokus auf das Große und Ganze, eine Haltung von Kooperation statt Konfrontation und vor allem den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Genau darüber haben wir gesprochen. Außerdem teilt Raphael wertvolle Einblicke aus seiner Zeit als Profi Radsportler und wie diese Erfahrungen in heute helfen, sein Unternehmen zu führen und vor allem, was er anders macht. Viel Spaß bei der neuen Folge von Physio Vibes. Los geht’s! Physio Vibes, Physio, Physio Vibes, Physio Vibes, Dein Podcast rund um die Physiotherapie.

00:01 Powered by KIMOJO Physiotherapie. So langsam tuteln auch bei uns die ersten Blankoverordnungen ein und wir haben es geschafft, mit fyzo einen einheitlichen Prozess aufzuziehen. Von der Befundung über Assessments und Tests bis hin zur Dokumentation. Wenn auch ihr das für eure Praxis nutzen wollt, dann kommt zu unserem kostenlosen Webinar und schaut euch das Ganze an. Am 10. Dezember um 18 Uhr online, alle Infos findet ihr in den Show Notes oder auf fyzo.de. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Physio Vibes, heute zusammen mit Raphael Schweda von HENARA. Raphael, herzlich willkommen im Podcast.

00:02 Kai Kehli. Ja, schön, dass wir heute zusammensitzen. Für alle, die dich nicht kennen, Raphael, wer bist du und was machst du? Ja, ich bin Raphael Schweda, Mitgründer von der HENARA GmbH. Uns gibt es jetzt witzigerweise ab 1.12. offiziell 10 Jahre. Oh, wir haben Überlegungen, sehr gut. Ja, wir haben auch in der Tat überlegt, ob wir das jetzt im Dezember machen, aber wir haben selbst die Weihnachtsfeier ordentlich runtergeschrumpft, einfach aufgrund von Stress und der vielen, vielen Kranken, wo eine Planbarkeit einfach im Dezember was nicht mehr da ist. Lieber ein schönes Sommer. Genau, wir machen das wie das Fünfjährige, wir ziehen das einfach ins Sommer und mal gucken. Vor fünf Jahren haben wir uns eine große Finca auf Malle gebucht, es war nicht ganz fünfjährig, wir haben es ein Jahr später gemacht, da war dann Corona und wir haben

00:03 dann eine große Finca gemietet, konnten nirgendwo essen gehen, insofern waren wir auf uns selbst angewiesen, aber es war wirklich, wirklich witzig. Jetzt erzähl mal so ein bisschen, was macht ihr bei der HENARA außer Feiern? Ja, genau, Feiern, also vor zehn Jahren gegründet, auf einem völlig weißen Blatt Papier, also ich bin kein Therapeut, hatte mit der Physiotherapie vorher auch wirklich wenig zu tun. Das erste Mal mit Physiotherapie hatte ich zu tun, da war ich, naja sagen wir mal so Anfang 20 war ich Profi-Radsportler und habe mir jeden Tag die Beine massieren lassen bzw. mich pflegen lassen, wenn ich gestürzt bin, da mussten unsere Physios entsprechend auch erste Hilfe machen und ich habe da einige Kratzer mitgenommen. Genau, das war so mein erster Berührungspunkt mit Physiotherapeuten. Nichtsdestotrotz, ich bin dann weitergegangen, habe BWL studiert, komme da klassisch aus dem

00:04 Finanzbereich, habe ein eigenes Team danach geführt, da bin ich so ein bisschen in die ganze Buchhaltung, ins Rechnungswesen gekommen, bin dann bei Ernst & Young gelandet, habe dort ein bisschen mein Wissen weiter verschärfen können, dann ging meine Reise weiter in die Start-up-Szene, in die Berliner Start-up-Szene und das war so um 2008 rum, da habe ich so Sascha Skardowski kennengelernt, viele werden ihn nicht kennen, aber der ist wirklich echt erfolgreich gewesen in den letzten Jahren, der hat mit Spatchard gegründet, Mr. Spex kennt man vielleicht mit Brillen oder Käuferportal oder NPAL oder wie auch immer diese ganzen Start-ups heißen und dort habe ich für ihn so ein bisschen dieses Rechnungswesen mitgemacht und habe bei Start-ups geholfen, die Buchhaltung entweder mit einzuführen oder vom Steuerberater in die Firma mit zu importieren oder andersrum, also es gab, je nachdem welcher Case dort da war, habe ich bei diesen entsprechenden Beteiligungen mitgeholfen und in der Zeit habe ich quasi

00:05 viele Gründer kennengelernt, viele Ideen kennengelernt und hatte selber dann irgendwann auch Lust auf ein eigenes digitales Produkt und der springende Punkt war dann eigentlich meine Frau, die selber Heilpraktikerin und Sportwissenschaftlerin ist und die hat in der Sport-Reha damals gearbeitet in Potsdam und die haben dann gefragt, Mensch, wir haben hier was und wie sieht es denn aus und dann habe ich grundsätzlich mal angefangen darüber nachzudenken und fand die Idee in dem Physio-Reha-Bereich schon sehr, sehr interessant, habe aber witzigerweise wirklich drei Anläufe gebraucht, also der dritte hat dann funktioniert. Was waren die ersten zwei? Die ersten zwei waren ganz klassisch, ich habe mir so angeguckt, Mensch, Outlook-Kalender und Terminplaner, das haut ja überhaupt nicht hin bei den Physios, habe es mir angeguckt und es war der völlig falsche Ansatz zu der Zeit, also Physiotherapeuten zu überzeugen 2008/2010, dass sie bitte einen digitalen Terminplaner nehmen, das ist jetzt 2024 manchmal

00:06 herausfordernd. Insofern, das war der falsche Weg und ich habe die falschen Partner gehabt, mit denen ich das nicht nachhaltig durchführen konnte und dann habe ich überlegt, Mensch, aus meiner Start-up-Szene heraus, was habe ich falsch gemacht oder was könnte ich verändern und dann habe ich einfach wahrscheinlich den richtigen Schritt gemacht, ich habe einfach gesagt, folge doch mal bitte dem Weg des Geldes, also wo fließt das Geld lang, wer muss an wen bezahlen und wie bekommt eigentlich die Physio ihr Geld und das war dann doch ein guter Ansatzpunkt, weil ich relativ schnell ein paar Praxen gefunden habe, die gesagt haben, ja das funktioniert so, la la und wir haben hier eine Praxis-Software oder auch nicht, haben ein Abrechnungszentrum und die digitalisieren nochmal und dann passieren Fehler und naja, so kam dann eins zum anderen und dann habe ich gesagt, Mensch, das könnte was sein und so fingen dann die Reise an. Na ja, ziemlich gut, ok, also aus der Erfahrung von deiner Frau raus hast du dann, ja, erkannt, ok, da ist ein Problem, das müssen wir lösen und hast heraus dann aus der Start-up-Szene

00:07 in Berlin dein eigenes Start-up letztendlich gegründet, ja. Wie war denn so die Antwort, wenn man sagt, ok, ich habe da eine Idee, ich will da was bauen, ich meine, ich kenne es selber von uns, so einfach ist es da gar nicht, Geld zu bekommen, vor allem bei digital muss man stark in Vorleistung gehen, wie waren denn dann so die ersten Monate und Jahre, bis euer erstes Produkt auf den Markt gekommen ist? Also, am Anfang war es recht zäh, muss ich sagen, wie es typischerweise so ist, ich habe selber, wir haben so einen Kletterwald, Indoor-Kletterwald zwischen Halle und Leipzig und das war damals auch, als wir gegründet haben, war es im Grunde genommen so, dass die Leute gesagt haben, was, und damit kann man Geld verdienen, mhm, ok, so war es dann bei HENARA auch, dann haben Freunde oder auch Bekannte gesagt, mhm, ok, gibt es ja schon irgendwie, warum willst du denn das machen und na ja klar, man hat erstmal so eine Menge Bedenkenträger und, aber ist

00:08 es wie immer, wenn man sich mal in so ein Problem erstmal reindenkt, dann erkennt man, wenn man so ein bisschen ein offenes Auge hat, doch irgendwo auch Chancen und sieht, hey, hier funktioniert was nicht so richtig und da könnte man was verbessern und so sind wir dann schrittweise gestartet, also wir haben auch kein klassisches Investkapital durch Investoren gehabt, sondern sind eher in Richtung klassische Finanzierung, das heißt Family and Friends, meine Oma hat mir ein bisschen Geld gegeben, ich habe mein eigenes Geld reingesteckt und wir haben Kredite aufgenommen, glücklicherweise sind wir hier im Brandenburg sehr gut mit Förderprogrammen, das heißt, das haben wir auch kräftig genutzt und hat uns auch sehr geholfen und so konnten wir eigentlich relativ schnell starten und wir haben auch und das war im Grunde genommen der meines Erachtens erfolgreiche Weg, wir haben von Beginn an zwei Dienstleistungen miteinander kombiniert, das heißt also wir haben die Abrechnung kombiniert mit einer

00:09 Praxissoftware, das war damals noch nicht so üblich, jetzt inzwischen schon, gibt es ja schon ein paar Nachahmer, die das so tun, aber wir haben das schon recht gut gemacht und haben gesagt, komm wir helfen euch bei der Abrechnung, dafür nutzt ihr unsere Praxissoftware und wir gewinnen beide dadurch, erstens wird es günstiger, fehlerfreier und insgesamt ein bisschen effizienter und das ganze ging dann relativ gut los und wir haben nach einem halben Jahr die ersten, was waren das, 25 Euro, nee, sorry, das waren irgendwas 154 Euro, irgendwas, von der Kasse erhalten, die wir dann entsprechend an die Praxis ausgekehrt haben, das war natürlich eines der schönsten Momente überhaupt, wenn das erste Geld fließt und man sieht, dass der Prozess, den man sich so ausgedacht hat, auch wirklich funktioniert, das ist irgendwie so toll, das sind so Momente, die behält man sich dann. Sehr cool, bevor wir gleich tiefer in HENARA reingehen, eine Frage, die mich brennt interessiert, du hast ja so ein All-In-Mindset dann gehabt, als ihr HENARA gegründet habt, konntest du

00:10 von deinem früheren Leben als Radprofi da auch profitieren, wie man an so einen unternehmerischen Laufbahn reingeht oder was hast du da mit, was konntest du da auch vereinen aus deinem alten Leben als Pro-Grad-Sportler und jetzt ein neues Leben als Unternehmer? Definitiv konnte ich eine Menge mitnehmen, das sind so diese typischen Skills, die man sich so aus verschiedenen Vitas herausnimmt, aus verschiedenen Karrieren, man lernt im Sport zielstrebig zu sein, man lernt diszipliniert zu sein, man lernt durchzuhalten und so weiter und so fort, was ich allerdings auch sagen kann, weil ich diverse Lebensläufe dann auch in meinem Umfeld verfolgt habe, ich bin nur in der Zeit von Jan Ullrich Rad gefahren, war auch ein Jahr mit ihm in einem Team und habe viele Leute kennengelernt, auch drumherum

00:11 und habe aber auch festgestellt, dass es echt Unterschiede gibt, auch bei Profisportlern oder Leistungssportlern ganz allgemein formuliert, es gibt diejenigen, die sich auf ein Ziel fokussieren und sagen, ok, ich kann mich absolut in ein Tunnel begeben über Monate und mich auf einen einzigen Höhepunkt vorbereiten, also so ein typischer 100-Meter-Sprint, sag ich mal, oder beim Radfahren sind es die Bergfahrer, die können sich in so ein Tunnel fahren und können sich völlig wegbeamen. Das Problem in der Wirtschaft ist, wenn du das tust, verlierst du sämtliche Einflüsse von außen und du fährst mit 180 gegen die Wand und das ist ein Thema, was ich relativ schnell für mich erkannt habe, ich muss immer permanent wachsam sein, also dieses typische, ich bewege mich rechts, links, gucke nach vorne, nach hinten, schaue mir die Wettbewerber an, schaue mir die Kunden an, schaue mir die Entwicklungen an, schaue mir auch völlig

00:12 andere Entwicklungen an und schaue, was ich davon adaptieren kann, das sind so diese Dinge, die vielleicht auch innerhalb eines Leistensportlern einen Unterschied machen und wo viele Leistensportler im Nachhinein auch wirklich sagen müssen, sie wissen, dass sie zielstrebig sind, sie wissen, dass sie es können, sie können sich unheimlich fokussieren, das ist der riesen Vorteil, aber sie müssen darauf achten, dass sie immer schön wachsam sind und das vergessen viele. Also der 360-Grad-Blick ist auch für mich nicht mehr wichtiger als ein Sport. Bei den Radfahrern sagt man sehr ein Italiener, die Italiener sind so ein bisschen hibbelig und gucken rechts und links und „Ah, ja, ja, ja“, und so ist es. Ja, spannend, da könnten wir jetzt auch noch eine Stunde drüber reden, aber fokuss heute auf dein aktuelles Business, worauf du dich jetzt fokussierst, ich mache bei PhysioVibes eine Themenreihe, wo ich verschiedene Digitalisierungsexperten bzw. auch Praxisverwaltungssysteme interviewe. Jetzt waren schon einige da, HENARA ist jetzt auch Bestandteil dieser Themenreihe, wenn jetzt

00:13 sich die Hörer alle Folgen dieser Themenreihe anhören, wieso sollten sie sich für HENARA entscheiden? Ja, das ist natürlich, du spielst auf unsere USPs ab, also sprich auf unsere Alleinstellungsmarkmaler oder was das Besondere an uns ist, sagen wir mal so, Praxisverwaltungssysteme, so wie man sie heute kennt und wie die meisten Kunden bzw. die meisten Praxen auch die Systeme nutzen sind typischerweise solche, ich könnte jetzt Monolith-Systeme verwenden, kann bloß wenig jemand was mit anfangen, aber das sind so eine Systeme, die oft so für sich da sind, d.h. ich habe ein System, ich installiere es oder rufe es irgendwie auf per Web wie auch

00:14 immer und habe dort ein System, kann dort meine Verordnung eingeben, kann dort eine Karte einlesen und kann dann irgendwie vielleicht eine Rechnung ausspucken oder eine Verordnung fertig machen. Das ist mal ganz grob formuliert das, was die meisten Praxisverwaltungssysteme mal besser, mal schlechter können. Wenn sie gut sind, können sie sogar schon ein bisschen prüfen, ob die Verordnung in Ordnung ist oder nicht, aber grundsätzlich ist es so das, was eigentlich alle können sollten. Was hebt uns da so ein bisschen ab? Ich würde mal sagen, es sind eigentlich so drei Dinge, wenn ich es mal so zusammenfasse. Ganz grob zusammengefasst das Allererste, wir haben zwar digitale Produkte mit dem Praxisverwaltungssystem und auch mit der Abrechnung, aber wir haben eine persönliche Betreuung, d.h. unsere Kunden, wir sind relativ schnell erreichbar, wir haben einen Ansprechpartner für Abrechnung und Softwarefragen, d.h. wir versuchen, den gesamten Prozess der Verordnung abzubilden. Für uns ist das so eine Art Lebenszyklus.

00:15 Eine Verordnung wird erstellt vom Arzt, dann geht sie zum Patienten und dann kommt sie irgendwie in den Verfügungsbereich der Praxis, dort sind wir dann da zur Stelle, helfen und so lange, bis irgendwann Geld auf dem Konto der Praxis ist. Ob sie nun Selbstabrechner sind oder Abrechnen ist uns prinzipiell gleich, wir haben beide Module und Kunden können bei uns quasi aussuchen, was sie wollen, ob sie lieber selbst abrechnen wollen oder Abrechnen lassen wollen. Das ist so der eine Punkt, also sprich kurzum persönliche Betreuung, guter Kundensupport, da werden wir jetzt auch im nächsten Jahr noch weiter verstärken, weil wir einfach immer wieder merken, egal ob es ein digitales Produkt ist, Leute wollen einfach auch mit Menschen sprechen und dann sollen sie es auch tun, finde ich in Ordnung. Also Punkt eins, persönliche Betreuung letztendlich. Richtig, genau. Und ich sehe dich jetzt eigentlich auch als Partner der Praxen anstatt als reiner Softwaredienstleister,

00:16 oder? Richtig, richtig, richtig, wir beraten, wir machen Webinare, beraten im Bereich digital, sind offen auch für Neues und wir bekommen natürlich auch immer wieder Anfragen. Und genau, der zweite Punkt, der ist etwas neuer und den haben wir jetzt quasi sehr, sehr frisch gestartet. Wir haben ein neues Portal eröffnet, das ist PRAXX.ME, das haben wir jetzt aktuell für die ersten Bestandskunden von uns gemacht, bekommen aber schrittweise immer mehr Anfragen auch von außen und zwar haben wir ein Patientenportal verknüpft mit unserem Praxisverwaltungssystem. Es ist nicht zu vergleichen mit einer reinen Online-Terminierung, wir haben ein Patientenportal und man kann grundsätzlich mit diesem System entweder direkt über die Webseite der Praxis oder über das Portal Termine buchen, die komplett synchron sind mit dem Praxisverwaltungssystem. Das ist ziemlich cool und

00:17 das einzigartige, ein paar Online-Terminierungssysteme fangen auch einige Wettbewerber von uns an, das ist schon richtig. Der Riesenunterschied zu uns ist, wir können auch Termine verschieben, das heißt also Patienten können abends, wenn die Praxis zu ist, können sie Termine verschieben. Man kann das einstellen, ob 12 oder 24 Stunden vorher, das ist alles möglich. Der Kern unserer Denke ist im Grunde genommen, wir möchten in Richtung Patient gehen und Kommunikation zwischen Praxis und Patient erheblich verbessern und das sind solche automatischen Prozesse einfach total sinnvoll. Man kann das jetzt einen Schritt weit weiter denken, wenn ein Patient zum Beispiel automatisiert einen Termin, also nicht automatisiert, aber einen Termin verschiebt oder absagt für morgen oder übermorgen, dann haben wir dieses typische Phänomen, dass in einer Praxis morgen und übermorgen ein Schweizer

00:18 Käse entsteht. Das heißt, wenn ich Praxen frage, habt ihr Termine? Nein, haben wir nicht, alles voll, alles voll. Guckst du dann in den Terminplaner und bei 90 Prozent unserer Praxen ist es so, haben wir heute und morgen und gegebenenfalls übermorgen Schweizer Käse aufgrund von Krankheiten und so weiter. Wenn jetzt also über das Patientenportal ein Patient absagt, dann kann das Patientenportal grundsätzlich auch Patienten zufallsbedingt, aber auch natürlich spezifiziert auf den jeweiligen Therapeuten anschreiben und sagen, hey, hier ist noch ein Termin frei oder es ist ein Termin frei geworden, hast du Lust zu kommen? Damit wäre zum Beispiel der letzte Termin einer Verordnung, würde dann nach vorne rücken und die Verordnung wäre schneller fertig. Verstanden, also eine Art intelligente Warteliste, ja? Richtig, richtig, genau. Cool, und du sprichst vom Portal, das heißt, brauche ich HENARA, um dieses System zu nutzen oder kann ich das auch mit anderen PVS kompatibel machen? Gute Frage. Aktuell ist es noch so, dass wir HENARA oder SMART.VO unser Programm als Basis

00:19 haben. Wir sind allerdings in Gesprächen mit Software-Systemen und haben das grundsätzlich offen gestaltet. Das heißt, wir sehen das eher als offenes Prinzip und sind auch eher ein Player im Markt, der sagt, teile und wachse und sei transparent und verbinde dich, weil ich glaube, das ist der Schlüssel zum Glück, eigentlich für alle, wenn man so will. Für diejenigen, die sich versuchen einzugrenzen und nur für sich zu arbeiten, das kann nicht im Sinne einer mobilen Welt sein, weil die mobile Welt heißt, ich will nicht nur mit einem System arbeiten, sondern gegebenenfalls mit mehreren. Ich will unseren Kunden nicht unbedingt vorschreiben, weil sie unser Patientenportal nutzen, dass sie dann unbedingt unser Programm nutzen wollen. Ich sehe schon, du bist sehr aufmerksam.

00:20 Ja, sehr gut. Du hast gesagt drei Punkte. Interessiert mich natürlich brennend. Was ist der dritte Punkt? Das wird jetzt in ganz bisschen Technische, allerdings ich versuche es mal ganz einfach zu formulieren, das Patientenportal hat im Grunde genommen eine Verbindung, eine Schnittstelle zu unserem System und das Patientenportal nimmt auch keine Daten weiter auf, also es nimmt zwar die Daten auf, aber leitet sie direkt an das Praxissystem weiter. Das heißt, wir speichern keine operativen Daten, wir sind lediglich ein Datenrouter, wenn man so will und zeigen nur das an, was die Praxisverwaltung der Schnittstelle zur Verfügung stellt, so dass PRAXX.ME sowas hat. Aufbauend auf diesem System haben wir gesagt, okay, was ist denn eigentlich der Bedarf von Praxen in den nächsten Jahren und da sehen wir durchaus eine Zusammenarbeit mit anderen Systemen. Zum Beispiel könnte man sagen, man könnte viel, viel genauer dokumentieren wollen, als es das bei uns in der Software ist. Oder man

00:21 könnte zum Beispiel Übungen für Patienten zur Verfügung stellen und sagen, hey, gibt es hier vielleicht irgendwo ein System, mit dem man digitale Krankengymnastik machen kann, Übung machen kann zwischen den Behandlungen, so dass der Behandlungserfolg irgendwo höher ist für Patienten. Und ein dritter Punkt wäre dann, ein kurzes Beispiel, da sind wir auch gerade dran, wenn wir zum Beispiel eine Physiotherapie oder Ergotherapie an einer Pflegeeinrichtung haben, dann gibt es Pfleger, die einen Tagesbericht haben oder ihren Tageszettel haben, was sie alles zu tun haben und da wäre es sehr sinnvoll, dass der Pfleger zum Beispiel in seinem Tagesplan sieht, Achtung, bringe mal bitte Lisa Lotte-Meyer aus Raum 15 in Physiotherapie, heute 8.15 Uhr. Das steht auf seinem Zettel. Aber wie kommt die Information dahin? Das ist quasi unser Ziel, unsere Aufgabe, entsprechend die

00:22 Informationen zu liefern. Das heißt, wir wollen eigentlich eine offene Schnittstelle an unser Praxisverwaltungssystem. Man muss sich das ein bisschen wie so ein Netz vorstellen, wobei unser zentraler Punkt die Praxisverwaltung innerhalb in der Praxis ist und wir geben Daten raus oder nehmen Daten auf. Also wenn ein Patient in einer Pflegeeinrichtung aufgenommen wird, sind die Annahmen natürlich viel, viel, viel aufwendiger, als es das in einer Physio ist. Damit sind aber alle Daten verifiziert, kann man doch wunderbar in die Praxis übernehmen. Man muss man nicht doppelt übernehmen zum Beispiel. Verstanden. Also ihr seht euch dann letztendlich auch als Plattform mit anderen Player zusammenzuarbeiten. Also ein Beispiel, so sind wir auch zusammengekommen, unsere Software Physio hat, wir haben immer die Rückmeldung von den Patienten bekommen, dass sie die Daten doppelt eingeben müssen. Wir haben uns an euer System herangedockt und jetzt haben wir einen Datentransfer und haben einfach ein viel schöneres Kundenerlebnis. Und das ist,

00:23 das seht ihr auch als euer USP an, dass ihr offen für andere Player seid, das ist Pflege, sei es Dokumentation oder Trainingsplansoftware, wie es bei uns jetzt war, seid. Sei es jetzt auch mit Prax-Me, mit den anderen Praxen. Also ihr seht euch als Konstrukt im Markt, wo ihr euch öffnet, um einfach das beste Patientenerlebnis zu schaffen. Richtig? Absolut. Absolut. Genau. Genau. Ok. Wieso seid ihr so allein mit dieser Einstellung? Also ich merke, wenn ich mit anderen Playern rede, sie sind immer sehr fokussiert, hey, das ist unser System, das muss so gemacht werden. Ihr sagt jetzt, nein, wir sind eine Plattform und öffnen uns. Wieso seid ihr allein mit dieser Einstellung? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber ich kann mal ein kurzes Beispiel geben, ja. Also wir haben 2017, also wir haben 2014 angefangen, 2017, wir haben ja nicht nur ein System gebaut, sondern wir haben eigentlich zwei Systeme gebaut. Wir haben auch noch ein Abrechnungssystem gebaut, womit man grundsätzlich eine Factoring machen kann, also sowas wie Nuventi nur in klein, ja, sowas könnte

00:24 man grundsätzlich machen. So, jetzt haben wir zwei Abrechnungszentren, wir haben Partner, zum Beispiel ADH in Papenburg, und die arbeiten mit unseren Abrechnungslösungen. Und da war ganz am Anfang die Frage, hey, was ist denn eigentlich, ihr könnt doch in unsere Kundenliste gucken, ihr könnt uns ja die Kunden abwerben, ja. Das war so ein typischer Fall, wo ich dann relativ zu Beginn schon damit konfrontiert war, wie gehe ich mit solchen Fragen um, die ja natürlich erst mal verständlich sind, aber die sind grundsätzlich lösbar. Also ich meine, worum geht es? Also es geht am Ende darum, den Kunden glücklich zu machen und irgendwo im Umfeld was zu geben, was der Kunde gern möchte. Und wenn der Kunde wechseln möchte, dann ist es grundsätzlich kein Problem, kann man eine Kompensation auf einer anderen Seite machen, und alle sind glücklich, und man hat den Kunden nicht verloren, ganz im Gegenteil, sondern glücklich gemacht. Und das sind eben so Dinge, und die gleichen Fragen kamen jetzt im Bezug auf PRAXX.ME halt auch, was ist denn, wenn nicht eure Kunden und so. Aber

00:25 grundsätzlich ist es jetzt ein bisschen einfacher, weil wir ja schon Nachweisen gefunden, dass wir da vertrauensvoll umgehen mit den Sachen. Und das funktioniert im Abrechnungsbereich inzwischen sehr gut, und ich hoffe, dass das eigentlich im Bereich Patientenportal und Pflegesoftware auch so ist. Aber wie gesagt, es besteht immer die Angst, ich verliere irgendwas, was ich habe. Aber grundsätzlich, das habe ich halt im Sport gelernt, wenn ich irgendwo erfolgreich sein wollte, musste ich investieren, bzw. musste ich irgendwo ein Risiko eingehen, wo man dann immer die Frage hat, baue ich ein Sicherungsnetz ein? Und wenn ja, wie stark muss es sein? Also je stärker man eine Sicherung einbaut, umso weniger kommt man voran, aber auf der anderen Seite gewinnt man dann auch umso weniger. Und letztendlich gewinnt dann der Anbieter, der das beste Kundenerlebnis auch schafft, und da bist du der Meinung, was ja auch eine sehr lobenswerte Meinung ist, dass man eher offen in den Markt reingehen sollte, um das beste Kundenerlebnis zu schaffen. Cool, jetzt hast du ein paar Wörter

00:26 benutzt, PRAXX.ME, HENARA, gib uns doch noch mal eine Einordnung, aus welchen Bestandteilen besteht jetzt eure Software? Und vielleicht können wir so ein kleines Planspiel abbiegen, wenn ich jetzt eine neue Praxis aufmache, bzw. ich will jetzt das System HENARA bei mir einfügen oder einführen. Wie sind da so die Umsetzungsstritte auch? Also aktuell sind unsere Standardprodukte SMART.VO als Software in Verbindung mit einer Therapeuten App, die kleinere Workflows, also kleinere Prozesse wie Terminierung und so weiter mit einer nativen App halt verbindet. Und Abrechnung, das sind so diese zwei Klassiker, man kann sie einzeln bei uns buchen oder eben auch kombiniert, wobei 90 Prozent das kombinierend machen, macht finanziell und ja, abrechnungstechnisch ist es. Insgesamt hat sich das irgendwie durchgesetzt,

00:27 inwieweit es sich dann mit der elektronischen Verordnung, weiß ich nicht, aber gut, so ist es aktuell und was dazu kommt ist jetzt quasi das Patientenportal, wobei das Patientenportal aktuell, da haben wir noch keine Vergütung drauf, wir lassen es erst mal laufen, funktioniert sehr gut bei den ersten Praxen, sehr zufriedenstellend, man braucht nicht mal ein Login für die Patienten, also das ist wunderbar, funktioniert sehr gut und man gibt auch nicht, das ist auch ganz wichtig zu sagen, man gibt nicht die Hoheit des Terminplaners an den Patienten ab, es ist immer eine Bestätigung notwendig, bevor ein Termin wirklich auch da ist. Ja, das sind so die drei Produkte, die wir haben und typischerweise ist es so, eine Abrechnung zu wechseln, ist eigentlich grundsätzlich sehr, sehr, sehr einfach, da stellen sich Praxen immer sehr schwer vor, aber auch laufende Verfahren können übernommen werden, das ist überhaupt kein Problem. Entscheidend bei der Abrechnung, das muss man vielleicht mal wissen,

00:28 ist im Grunde genommen, was in der elektronischen Datei steht, also man gibt ja immer zwei Pakete ab, ein elektronisches, ein digitales und in den digitalen Dateien steht drin, was die Kasse mit den Verordnungen zu tun hat, wer ist der Absender, wer ist der Rechnungsempfänger etc. etc. steht alles in der elektronischen Datei dran, insofern ist auch eine Selbstabrechnung grundsätzlich zu 80, 90 Prozent gleich, wenn man den Hinweg betrachtet, der Rückweg insgesamt ist ein bisschen anders, aber der Hinweg ist sehr, sehr ähnlich. Also das sind so diese drei Sachen, wenn man eine Software hat, also typischerweise, ich weiß auch nicht warum, die meisten Praxen, die wir neu gewinnen, die haben schon eine Software, was ich auch immer ganz witzig finde, obwohl ja eigentlich noch 40 Prozent keine haben, aber ich glaube, die haben sie nicht ohne Grund und warten einfach ab und sagen, okay, die elektronische Verordnung kommt und dann gebe ich entweder meine Physiotherapie auf, was ich sehr, sehr schade fände, weil es wirklich nicht notwendig ist oder aber ich gehe dann rein,

00:29 das haben wir auch schon öfter gehört. Ja, dann ist es eigentlich ganz einfach, wir haben so ein paar Migratoren und man kann dann grundsätzlich entscheiden, welche Daten man übernommen haben will. Wichtig ist bloß immer zu wissen, es gibt so einen schönen Begriff in der IT, das heißt shit in, shit out, es gibt Praxis Softwarelösungen, wo man richtigen, geilen Scheiß eintragen kann und wenn man den überträgt, dann hat man bei uns natürlich auch totales Chaos. Also wenn man eine Physioverordnung mit ergotherapeutischen Heilmitteln eingeben kann, dann ist das bei uns einfach nicht möglich, dann gibt es bei uns einen Fehler und wir können so eine Verordnung nicht importieren. Insofern ist der Klassiker, wir übergeben eigentlich die Patienten und Ärzte und was wir dazu machen, ist oft, wir geben den zukünftigen Kalender, übertragen wir, also sprich nur die Termine, die sind mit einem Patienten verknüpft, das kriegen wir immer recht gut hin, aber die

00:30 Verordnung dazu zuzuordnen ist eigentlich nicht sonderlich schwer und ist bei aktiven Verordnungen jetzt auch nicht so viel und das ist oft, also dieser Weg hat sich bewährt und dann, was aber ganz wichtig ist und das ist wirklich, das geht wieder in Richtung persönliche Betreuung, wir haben gelernt, dass eine Schulung nicht ausreicht. Ich sage immer, pro Schulung behält man sich drei bis vier Dinge, wenn man gut ist fünf, aber mehr auch nicht. Ich könnte die sieben oder acht Stunden laufen lassen, das bringt gar nichts und insofern haben wir das immer so gemacht, dass wir gesagt haben, wir machen mehrere Schulungen und geben Hausaufgaben auf und dann verliert man die Angst mit einem neuen System zu arbeiten, kommt langsam rein und dann kommen auch die Fragen und dann haben wir auch dienstags 12.30 immer unser kostenfreies Neukundenseminar, wo Neukunden von Neukunden lernen, von den Fragen anderer, was auch immer ganz interessant ist. Also auch eine Community aufzubauen, cool. Ja, genau. Ja, sehr schön. Also das ist im Grunde genommen ganz einfach gefragt. Ok, sehr cool. Was kostet

00:31 mich hier nada? Wir haben eigentlich ein recht einfaches Preissystem, das ist entweder macht uns die Abrechnung, dann ist es bei uns so, dass wir sagen, wir haben 0,3 Prozent für die Software und 0,95 Prozent für die Abrechnung. Das Ganze auf die abgerechneten Verordnungen, die wir erhalten, also private Verordnungen et cetera, die man über das System selber erstellt, die rechnen in die Gebühren nicht mit rein. Das kann man alles wunderbar machen, aber im Grunde genommen die gesetzlichen Verordnungen 0,3 plus 0,95. Das ist so ein Modell. Ein zweites Modell für diejenigen, die nur Software nutzen, ist entsprechend, da haben wir so zwei Produkte, das eine ist 15 Euro pro Therapeut und das andere ist 30 Euro pro Therapeut. Bei den 15 Euro pro Therapeut haben wir die

00:32 Standardpraxisverwaltungssysteme. Bei 30 Euro haben wir noch ein paar Tools on top mit drauf, die das Ganze dann ein bisschen smarter und schöner machen. Ok, ja, sehr cool. Ok, also preislich auch überschaubar. Das heißt, wenn ich jetzt eine Praxis mit fünf Therapeuten habe, sind es dann ungefähr 75 Euro pro Monat, dass es mir kostet. Bei Abrechnung, wenn ich jetzt 100.000 Euro Umsatz mache, wären es 1.200 Euro, aber da ist Abrechnung auch mit dabei. Wobei 100.000 Euro schon eine sehr große Praxis ist, muss man auch sagen. Ja, cool. Bestanden, spannend. Also die drei Merkmale, persönliche Betreuung, Portal, wo man sich letztendlich die digitale Warteliste, smarte Warteliste auslagern kann und Termin buchen kann und letztendlich die offenen Schnittstellen der USP, die drei Produkte, PRAXX.ME, SMART.VO und die Abrechnung letztendlich. Cool, also hört sich nach

00:33 einem runden Produkt an. Jetzt frage ich mich natürlich, hey, wo geht denn die ganze Reise hin? Also wir stehen jetzt schon an einem Wendepunkt in der Physiotherapie, die Verordnungsgebühren steigen, also wir verdienen in Summe mehr Geld. Wir haben die Blankoverordnung, was jetzt ein Gamechanger ist. Es wird die Telematikinfrastruktur kommen. Deswegen die Frage, wo ist denn nun die Physiotherapiebranche in der Zukunft und wie beratet ihr euch auch darauf vor? Ja, wir befinden uns ja im Grunde genommen, was die Digitalisierung betrifft, wirklich in einem ganzen Transformationsprozess. Der wird getrieben entweder durch die Regularien, durch den Gesetzgeber, Stichwort TI oder Stichwort elektronische VO und zum anderen aus technischen Entwicklungen, die halt immer schneller, immer smarter werden. Das Smartphone findet immer mehr Einklang und ist mehr oder weniger zum Schweizer

00:34 Taschenmesser geworden und immer mehr Anforderungen gehen in die Richtung, ich möchte mich authentifizieren mit dem Telefon, ich möchte reinsprechen ins Telefon, ich möchte, dass mein Telefon gegebenenfalls ein Assistent ist und, und, und. Also das sind so diese technischen und die regularischen Anforderungen, die schrittweise uns dazu zwingen, insgesamt sowohl die Kunden als auch uns als Anbieter entsprechend weiterzuentwickeln. Viele Wettbewerber bei uns sehen vor allem die Chance in der ganzen TI und der ganzen Umgebung TI. Ich sehe die ehrlich gesagt nicht so. Ich finde diese ganze TI extrem aufwendig, also wirklich komplex und meines Erachtens völlig überfrachtet für das, was wir da gerade als Physiotherapeuten erhalten. Also ich meine, was können wir gerade tun? Wir können eine E-Mail schreiben, eine sichere E-Mail an den

00:35 Arzt. Herzlichen Glückwunsch! Wir können bestenfalls noch eine Karte auslesen. Herzlichen Glückwunsch! Was haben wir davon? Der Arzt antwortet sowieso nicht über eine E-Mail, ja, also der antwortet genauso wenig, ob du ihn per Messenger anschreibst oder per Fax. Wenn man Glück hat, hat man einen gut organisierten Arzt, aber es wird halt schwierig, der hat immer weniger Zeit. Da interessiert es auch nicht, mit welchem Kanal man ihn anschreibt. Und das Ganze kostet dann irgendwie 200 Euro im Monat, was man aktuell vergütet bekommt, soweit so gut. Aber die Vergütungsvereinbarungen sind meines Erachtens zeitlich begrenzt. Das heißt, in drei Jahren kommt eine neue Vergütung, in vier Jahren, in fünf Jahren. Meine Prognose ist, dass die Kassen das immer schrittweise immer mehr eingrenzen werden, einschränken werden, aufgrund der hohen Kosten, die da sind. Und je mehr im TI-Bereich drin sind, und wenn die kritische Schwelle überschritten ist, dann kann ich mir auch irgendwann vorstellen, dass es gar nicht mehr viel bringt. Und dann ist die Frage, was gewinnt man noch mit der TI als

00:36 solche? Ich sehe das mehr oder weniger als Pflichttool, was wir einbauen, werden wir auch tun, oder sind wir auch schon dabei. Okay. Also letztendlich, siehst du, wir verlagern sozusagen die Probleme, die wir jetzt haben, also Arzt hat zu wenig Zeit für die Kommunikation, verlagern wir einfach in eine sichere Umgebung. Im Grunde schon. Verstehe ich das Punkt? Was ist mit dem Thema papierlose Praxis? Siehst du da Chancen? Das finde ich hochinteressant. Das sollten wir unbedingt weiterverfolgen, finde ich auch total gut. Da finde ich euren Ansatz mega interessant. Also ich habe mir jetzt auch die neuen ET Pro Prozesse angeschaut von den Ergotherapeuten, wirklich sehr gelungen, also Schapo dafür. Und das Ganze auch in der Physiotherapie, sprich eine sehr strukturierte, gut organisierte, einfache Doku, die ein nicht zeitlich überfrachtet und schnell zum Wesentlichen

00:37 führt, ist meines Erachtens evident. Die elektronische Verordnung wird leider wahrscheinlich Bestandteil der TTI sein. Ab 2027 ist sie gesetzlich vorgeschrieben. Aber nur kleine Anmerkung dazu, wir hatten vor drei Wochen mit mehreren PVS Herstellern zusammen eine Sitzung bei der Gematik und die Gematik hat gesagt, sie hat noch nicht mal einen Spezifizierungstermin für die elektronische Verordnung. Jetzt heißt es, wir haben zum 1.1.27 elektronische Verordnung, wir wissen aber noch nicht mal, wie wir sie umsetzen sollen. Und die Gematik weiß es auch noch nicht. Und die sind diejenigen, die das Ganze spezifizieren. Aktueller Stand ist, wenn alles gut läuft, werden wir eine elektronische Verordnung 2027 haben. Wir werden sie über die Praxisverwaltungssysteme importiert bekommen. Das wird wahrscheinlich irgendwie funktionieren. Schließlich gibt es auch ein elektronisches Rezept. Was allerdings ein ganz großes Fragezeichen ist, sind die

00:38 Leistungsbestätigung. Wenn ich mir da die Verbände anhöre, die sagen berechtigterweise, wozu überhaupt noch Leistungsbestätigung? Was soll das, wenn ein Patient mit sechsmal MT kommt zu einer Physiotherapie? Warum soll der Patient sechsmal unterschreiben? Also ich meine, er kriegt sechsmal, ob er kommt oder nicht. Ich muss die Sachen vorhalten, die Ressourcen vorhalten. Also egal, ein Arzt muss es ja auch nicht. Insofern, das wäre das Beste, werden die Kassen aber nicht mitmachen. Dazu haben sie keine Lust mehr auszugeben. Und das ist das große Problem. Also aktueller Stand ist, ich importiere eine elektronische Verordnung, drucke mir klassischerweise einen Unterschriftzettel aus, lasse den dann unterschreiben, sechsmal oder zehnmal, wie auch immer, von dem Patienten, scanne es wieder ein und übertrage es an die Kassen oder sende es per Papier an ein Abrechnungszentrum. Kurzum, es wird sich gar nicht so viel ändern. 2027 ist meine aktuelle Prognose. Ja, genau, vielleicht sollte man sich da schon vorab ein paar Papierstapel kaufen.

00:39 Spannend, finde ich. Dann ein Blick weiter darauf, ich glaube auch in gewisser Weise realistisch. Grundsätzlich ist natürlich schon jetzt auch in Apotheken zu sehen, dass das mit der Chipkarte schon ganz cool ist, wenn man hingeht, kann es direkt einlesen, man alles digital und so weiter und so fort. Ja, wobei ich sagen muss, da ist eine Sache nicht bedacht worden, also wir denken ja schon in Richtung Patient, das ist ja auch die Richtung, in die wir eigentlich gehen wollen. Wir wollen in Richtung Patient gehen, weil wenn der Patient glücklich ist in der Praxis, dann ist auch unser Therapeut glücklich. Also das heißt, im Grunde genommen fängt die Reise schon beim Arzt an, das heißt, beim Arzt bekomme ich eine elektronische Verordnung und wenn ich die habe, dann möchte ich nicht erst zu einer Physiotherapie rennen und sagen, hier ist meine Verordnung, gib mir mal bitte Termine, sondern ich möchte bestenfalls die Verordnung übertragen über das Patientenportal direkt an die Praxis, wenn ich sehe, der hat einen Termin frei und dann würde ich

00:40 das tun. Darauf hätte ich Lust, weil ich glaube, das würde den ganzen Terminierungsprozess erheblich vereinfachen. Also kurzes Beispiel, das würde auch jetzt schon funktionieren, wenn man über das Patientenportal einen Termin vergibt und man gibt das Verordnungsdatum ein, gibt bloß drei, vier Felder, die da einzugeben sind, sind wir gerade dabei, das auch einzurichten für die gesetzlichen Verordnungen, dann kann man schon während der Terminierung sagen, Achtung, gegebenenfalls ist deine Verordnung etwas zu alt. Es gibt nicht wenig Patienten, die warten zwei, drei Wochen, bevor sie irgendwann sich zucken, um zum Physio zu gehen und dann werden sie feststellen, mein Güte ist schon ein bisschen alt. Man könnte grundsätzlich auch schon den Patienten während der Terminierung zu animieren, dazu zu sagen, ich gehe noch mal zum Arzt und hole mir eine neue, weil es bringt sowieso nichts. Und im Zuge der elektronischen Verordnung wird man da auch nicht mehr viel erinnern können, das muss man fairerweise auch dazu sagen. Terminierung sind Terminierungen und die müssen dann so gemacht werden, weil die eben so sind und das ist besser prüfbar von Seiten der Kassen und so fern ich es

00:41 verstanden habe in der Abrechnung, es wird ja immer eine Sau durchs Dorf getrieben. Aktuell sind es die Abkürzungen, wir müssen wirklich offizielle Abkürzungen im Heimmittelrichtlinien haben, wenn nicht müssen sie zumindest einmal spezifiziert werden auf der Verordnung, zum Beispiel HB ist gleich Hausbesuch. Wir haben uns jetzt hier eine Abrechnung, haben uns Stempel organisiert, wirklich alte rudimentäre Stempel, wo dann einfach die 5, 6 klassischen Abkürzungen mit einem ist gleich drauf sind, weil wir unsern Traxen es einfach nicht irgendwie aufwandstechnisch, wir können es nicht verantworten, denen sowas zurückzuschicken, das ist ja irre, das ist irgendwie total Wahnsinn, ja jetzt überlegen wir schon, ob wir das denn, wer weiß, vielleicht kriegen sie kleines Weihnachtsgeschenk oder so. Okay verstanden, also dein Credo, wenn ich das kurz zusammenfasse, ist das Thema Digitalisierung auf jeden Fall, aber nicht nur mit Fokus auf die TI, sondern mit Fokus

00:42 auf Prozessen in der Praxis. Richtig, Fokus auf Patient, Fokus auf Therapeut und wie können wir sie entsprechend gut verknüpfen, also das soll ein Mittel zum Zweck sein und nicht der Grail, also insofern wir wollen es eigentlich geschmeidig hinten ran schmiegen und nicht nicht vorne offensichtlich sein. Cool, genau zu dem Thema machen wir auch am 10. Dezember ein gemeinsames Webinar um 18 Uhr und da geht es genau darum, hey wie schaut denn der perfekte Prozess für die Blankoverordnung aus, die wir dann auch oder die wir jetzt schon seit einigen Wochen haben, da erzählen wir, hey wie ist die Reise von HENARA über unsere fyzo-Software mit Befundung, Dokumentation und letztendlich auch Trainingsplanerstellung. Wie waren denn die ersten Wochen mit der Blankoverordnung bei euch, wie ist so der Anklang, wie viel habt ihr auch bekommen, wie läuft das? Aktuell bist du da noch relativ früh, weil in der Abrechnung sind sie meistens etwas später, also wir haben schon

00:43 Fragen gekriegt, wir können sie anlegen, wir lernen allerdings auch ehrlicherweise mit unseren Therapeuten mit, weil grundsätzlich wenn nicht klar ist, wie viel Termine man macht und nicht klar ist, welche Heilmittel bzw. welche Behandlung man durchführt, sondern nur klar ist in dem Moment, okay ich mache erst mal einen Termin, dann ist es im Zuge der Terminierung ein bisschen anderer Prozess, so da lernen wir gerade so auch ein bisschen mit, aber grundsätzlich funktioniert das, wir haben auch ein bisschen Erfahrung durch die Ergotherapie, die seit 1.4. schon in der Blankoverordnung arbeiten, da sind die Dokumentationsanforderungen ein bisschen anders, aber grundsätzlich von einer Herangehensweise ähneln, die sich beide, insofern hatten wir da auch schon ein bisschen leichter Erfahrung, aber das ging eigentlich relativ glatt durch, man muss auch fairerweise dazu sagen, dass die Kassen dort auch am Anfang recht kulant sind, die lassen es erst mal laufen und gehen nicht auf jedes Ding, aber dann schrittweise werden sie es dann tun, insofern sollte man auf achten. Also wer dann noch mal tiefer ins Thema einsteigen will, 10.12.18 Uhr, Online Webinar fyzo und HENARA. Cool,

00:44 Raphael wir biegen ab zum Schluss auf die Schnellfrage drunter, ich stelle dir drei oder gebe dir drei Sätze vor und bitte dich, die zu beantworten. HENARA wird in zehn Jahren. Vermutlich nur noch als PRAXX.ME bekannt sein, wir werden zu Beginn Patienten terminieren lassen und Therapeuten arbeiten im Hintergrund die Verordnung ab, aber vermutlich wird das alles so ein bisschen ineinander fließen, ja könnte man so sagen. Also immer mehr Portalplattformgedanke. Cool, wenn du eine Sache in der Physiotherapiebranche verändern könntest, was wäre das? Darf ich auch zwei sagen? Die wichtigste, das ist furchtbar. Gut, dann würde ich es mal von uns betrachten,

00:45 wir würden gerne die Verordnung erheblich vereinfachen. Also Therapeuten wissen besser Bescheid, wie eine Krankheit behandelt wird, als es oft ein Arzt ist, der vorm Rechner sitzt, weil Patienten den Therapeuten, den Patienten anfassen und mit ihm wirklich arbeiten, insofern sollte es dem Therapeuten auch frei sein zu sagen, ich möchte die oder die Behandlung machen. Aufbauend darauf würde ich gerne auch andere Behandlungsbehandlungen zulassen, die sehr, sehr ähnlich sind, also Richtung Osteopathie oder Chiropraktik, da gibt es wirklich tolle, erfolgreiche Behandlungen, die man da machen kann und man sollte sich nicht zu steif auf eine Verordnung setzen. Wie gesagt, der Therapeut weiß oft besser, worum es geht und da geht es nicht ums Geld, sondern wirklich um die Behandlung. Verstanden, das heißt mehr Flexibilität in der Behandlung. Cool, der Schluss, Raphael, gehört dir, was willst du unseren Hörern noch mitgehen? Was ich oft höre, ist ja die Digitalisierung und ich kann es nicht mehr hören und es ist so schwierig

00:46 und wir machen das schon seit 20 Jahren so folgendes, lasst euch vor dem Berg Erneuerungen nicht schrecken, sondern lauft einfach los. Meistens ist es beim Tun gar nicht so schlimm, wie man so denkt, sondern sogar einfacher, als es vorher aussah. Also fangt einfach an und ihr werdet sehen Schritt für Schritt, ihr kommt voran und ab und zu gibt es dann auch einen kleinen Lichtblick, insofern lauft los. Start mal durch. Raphael, perfekter Abschluss. Vielen Dank für deine Zeit und für die Infos. Ich danke dir. Bis dahin. Physio Vibes, dein Podcast rund um die Physiotherapie, powered by KIMOJO Physiotherapie.

00:47 [lautes Gelächter]

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