HENARA WISSEN / TELEMATIKINFRASTRUKTUR

Telematikinfrastruktur für Heilmittelpraxen

TI, KIM, ePA und elektronische Heilmittelverordnung einfach verstehen. Hier findest du die nächsten Schritte für deine Praxis und passende Fachartikel.

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6 Seiten mit einfachen Erklärungen und Checkliste für deine Praxis

Du musst nicht alle Begriffe und Anwendungen gleichzeitig durchdringen. Die TI verbindet berechtigte Einrichtungen für geschützten digitalen Austausch. KIM übermittelt Nachrichten, die ePA enthält Gesundheitsdaten und die elektronische Heilmittelverordnung ist noch kein allgemein nutzbarer Praxisprozess. Diese Seite ordnet die Themen für dich.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • TI-Anschluss und Anwendung sind verschiedene Dinge. Ein Zugang zur TI ermöglicht noch nicht automatisch jeden digitalen Ablauf.
  • KIM und ePA erfüllen unterschiedliche Aufgaben. KIM übermittelt Nachrichten und Dokumente; die ePA enthält Gesundheitsinformationen der Versicherten. Was deine Praxis dort sehen oder bearbeiten darf, hängt von Berechtigung und Datenart ab.
  • Die eVO hat keinen gesicherten Starttermin für den Praxisalltag. Gesetz und technische Planung nennen unterschiedliche Zeitpunkte. Den TI-Anschlusstermin betrachten wir getrennt.
  • Für zugelassene Heilmittelpraxen gibt es eine TI-Pauschale. Anspruch und Auszahlung hängen unter anderem von Inbetriebnahme, Ausstattung und Antrag ab. Ein Vertrag allein löst keine Zahlung aus.
  • Ein konkretes Angebot prüfst du getrennt vom Branchenwissen. Preis, Leistungsumfang und Einrichtung von TI4HEALTH stehen auf der Produktseite.

TI, KIM, ePA und eVO: Was ist was?

Infrastruktur

TI

Das geschützte Netz und der Zugang zu digitalen Diensten im Gesundheitswesen.

TI kurz erklärt →

Kommunikation

KIM

Sichere Nachrichten und Dokumente zwischen angeschlossenen Einrichtungen. Dafür braucht deine Praxis einen eingerichteten Dienst und eine KIM-Adresse.

KIM im Praxisalltag →

Gesundheitsdaten

ePA

Elektronische Patientenakte der Versicherten. Was deine Praxis lesen oder bearbeiten darf, hängt von Berechtigung, Datenart und Widerspruch ab.

ePA-Rechte verstehen →

Identität

eHBA und SMC-B

Der eHBA weist eine berechtigte Person aus, die SMC-B eine Einrichtung. Beide Karten sind für bestimmte TI-Schritte wichtig.

Karten unterscheiden →

Verordnung

Elektronische Heilmittelverordnung

Der geplante digitale Verordnungsweg für Heilmittel. Ein verlässlicher praktischer Starttermin steht derzeit nicht fest.

Aktuellen eVO-Stand lesen →

Noch ein Begriff: Das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) betrifft die Prüfung und Aktualisierung von Versichertendaten. Es ist eine weitere TI-Anwendung, aber nicht dasselbe wie KIM, ePA oder eVO. Welche Funktionen im konkreten Angebot enthalten sind, steht auf dessen Produktseite. gematik: Heilmittelerbringer.

Was bringen KIM und ePA im Praxisalltag?

KIM eignet sich für die geschützte Kommunikation mit anderen angeschlossenen Einrichtungen, etwa für Rückfragen oder den Versand eines Therapieberichts. Die Empfänger müssen über KIM erreichbar sein. Eine KIM-Adresse der Praxis wird im Verzeichnisdienst sichtbar, sobald sie eingerichtet und registriert ist; die Abdeckung ist noch nicht überall gleich. Der KIM-Ratgeber erklärt Voraussetzungen, Adresssuche, Versand und Grenzen Schritt für Schritt. Quelle: gematik-KIM-FAQ.

Die ePA kann Informationen aus verschiedenen Behandlungen zugänglich machen. Für Heilmittelpraxen sind die Berechtigungen nicht bei allen Daten gleich: Die gematik nennt beispielsweise Lese- und Bearbeitungsrechte für medizinische Dokumente, aber beim elektronischen Medikationsplan nur Leserechte. Außerdem können Versicherte der Nutzung widersprechen beziehungsweise Berechtigungen steuern. Der ePA-Ratgeber erklärt, welche Informationen in welcher Situation zugänglich sind und was ein TI-Zugang allein noch nicht garantiert. Quelle: gematik-Berechtigungen für Heilmittelerbringer.

Ob ein bestimmter Ablauf in deiner Praxis verfügbar ist, hängt zusätzlich von deiner Einrichtung und der eingesetzten Software ab. Allgemeine gematik-Rechte sind keine Zusage über Funktionen eines einzelnen Anbieters.

Zur öffentlichen Debatte über Zugriff und Vertrauen findest du zusätzlich unseren datierten Magazinbeitrag über ePA und Gesundheitsdaten. Die aktuellen Berechtigungen und praktischen Voraussetzungen erläutern die Fachartikel oben.

TI-Anschluss vorbereiten

1. Zuständigkeit festlegen. Wer prüft das Angebot, wer beantragt Ausweise und wer stimmt sich mit IT oder Praxissoftware-Anbieter ab? Halte die Ansprechpartner fest, bevor mehrere Bestellungen parallel laufen.

2. Ausweise und Berechtigungen klären. Prüfe, ob eHBA und SMC-B bereits vorhanden und gültig sind oder beantragt werden müssen. Der Glossarartikel zu eHBA und SMC-B erklärt den Unterschied. Frage deinen TI-Anbieter, welche Nachweise und Schritte für deine konkrete Einrichtung gebraucht werden.

3. Technik und Ablauf erfassen. Welche Praxissoftware nutzt du? Wer betreut dein Netzwerk? Gibt es mehrere Standorte, gemeinsame Räume oder besondere Einstellungen? Lass dir schriftlich sagen, was der Anbieter bereitstellt, was deine Praxis selbst vorbereiten muss und wer bei der Einrichtung unterstützt. Ein TI-Gateway und ein Konnektor sind unterschiedliche technische Wege; welcher passt, hängt vom Angebot ab.

4. Vertrag und Pauschale getrennt vergleichen. Notiere monatliche und einmalige Kosten, Laufzeit, Karten, Kartenterminal, KIM, Wartung und mögliche Zusatzleistungen. Prüfe dann in der Kosten- und Pauschalenübersicht, ob deine Praxis anspruchsberechtigt ist, wann der Anspruch beginnt und wie der Antrag funktioniert. Eine Pauschale ist kein automatischer Rabatt auf die Rechnung.

Zum Mitnehmen

TI verstehen. Schritt für Schritt starten.

Der sechsseitige Leitfaden erklärt die wichtigsten Begriffe, trennt Anschluss und eVO-Termin und enthält eine Checkliste für dein Erstgespräch.

Leitfaden als PDF herunterladen →

Was kosten TI-Anschluss und Betrieb?

Ein allgemeiner Preis für „die TI“ wäre irreführend: Die Kosten hängen vom konkreten Vertrag und von separat benötigten Karten oder Leistungen ab. Für zugelassene Heilmittelpraxen regeln zwei GKV-Vereinbarungen die monatliche TI-Pauschale: eine für Physiotherapie, eine für Ergotherapie, Ernährungstherapie, Podologie sowie Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie. Für Zeiträume ab Januar 2026 nennt der BED nach Mitteilung des GKV-Spitzenverbandes 213,75 Euro Grundpauschale plus 7,99 Euro je berücksichtigtem eHBA und Monat. Die Auszahlung erfolgt nach Antrag quartalsweise; Voraussetzungen und Sonderfälle sind zu prüfen. GKV-Spitzenverband: Vereinbarungen und Antrag · BED: Beträge ab 2026.

Im Ratgeber zu TI-Kosten und Pauschale findest du die Unterschiede der Vereinbarungen, die nötigen Nachweise, den Antragsweg und Fälle, in denen Zahlungen gekürzt werden oder entfallen.

Wann kommt die elektronische Heilmittelverordnung?

Für den praktischen Start steht derzeit kein belastbarer Termin fest. § 360 SGB V enthält einen früheren Termin für elektronische Heilmittelverordnungen, während die gematik-OneRoadmap die technische Umsetzung für das erste Halbjahr 2028 plant. Eine Roadmap ist eine Planung, kein zugesagter Start in jeder Praxis. Der gesetzliche Termin für den TI-Anschluss von Heilmittelerbringern ist ein eigener Sachverhalt. Die eVO-Statusseite trennt Gesetzeswortlaut, technische Planung und heutige Nutzung. Quelle: § 360 SGB V.

Du suchst einen konkreten TI-Zugang?

Auf der TI4HEALTH-Produktseite findest du das von HENARA vermittelte Angebot mit Preis, Bestandteilen und Voraussetzungen. HENARA berät und vermittelt; ITCOS ist Anbieter, Vertragspartner, Rechnungssteller und technischer Betreiber. Das Angebot ist unabhängig von SMART.VO nutzbar. Eine direkte SMART.VO-Integration oder eine heute verfügbare eVO-Funktion wird damit nicht versprochen.

Wenn du das Angebot prüfen möchtest, kannst du über die unverbindliche TI-Vorbestellung deine Angaben an HENARA senden. Das Formular fragt auch ab, ob du bereits HENARA-Kunde bist. Die Vorbestellung ist noch kein Vertrag.

Häufige Fragen zur TI

Ist KIM dasselbe wie die TI? Nein. Die TI ist die technische Infrastruktur. KIM ist ein Dienst für sichere Nachrichten innerhalb dieser Infrastruktur.

Brauche ich die ePA, um KIM zu nutzen? Das sind unterschiedliche Anwendungen. Welche Voraussetzungen für KIM gelten, hängt vom gewählten TI-Zugang und der Einrichtung des KIM-Dienstes ab.

Kann meine Praxis schon elektronische Heilmittelverordnungen empfangen? Ein allgemein eingeführter eVO-Prozess für Heilmittel ist derzeit nicht bestätigt. Für den praktischen Start gibt es keinen verlässlichen Termin.

Erhalte ich die TI-Pauschale schon nach der Bestellung? Nein. Der erste Anspruch entsteht nach den GKV-Vereinbarungen im Monat der technischen Inbetriebnahme. Für die Auszahlung brauchst du den Antrag und die erforderlichen Nachweise.

Muss ich HENARA-Kunde sein, um TI4HEALTH anzufragen? Nein. Die vermittelten Leistungen sind unabhängig von SMART.VO nutzbar; das Vorbestellformular fragt den Kundenstatus nur für die weitere Bearbeitung ab.

Stand und Quellen: 01.10.2026. gematik für Heilmittelerbringer, gematik-KIM, gematik-Berechtigungen ePA, GKV-Spitzenverband: TI-Finanzierung, § 360 SGB V, gematik-OneRoadmap.