Stand: 28. September 2026. Der Heilmittelbericht 2025 des WIdO wertet vor allem Abrechnungen für AOK-Versicherte aus dem Jahr 2024 aus. Er dokumentiert mehr Ausgaben und Behandlungen. Aus diesen Abrechnungsdaten allein lässt sich weder eine bessere noch eine schlechtere Versorgungsqualität, Wartezeit oder wirtschaftliche Lage einer einzelnen Praxis ableiten.
Welche Zahlen nennt der Bericht für 2024?
Für rund 28 Millionen AOK-Versicherte wurden 2024 etwa 14 Millionen Heilmittelverordnungen mit 119,4 Millionen Behandlungen abgerechnet. Der abgerechnete Umsatz lag bei 4,79 Milliarden Euro, 9,3 Prozent über 2023. Etwa 80 Prozent der Verordnungen entfielen auf Physiotherapie. Ergotherapie, Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie sowie Podologie machten zusammen rund 20 Prozent der Verordnungen und 33 Prozent des Umsatzes aus. Die Werte gelten für die AOK-Auswertung; sie sind keine bundesweiten Praxiskennzahlen.
Der Bericht nennt für 2024 zudem rund 183 Heilmittelpatienten je 1.000 AOK-Versicherte. Je behandeltem Patienten wurden durchschnittlich 2,7 Verordnungen und 23 Behandlungen abgerechnet. Solche Durchschnittswerte beschreiben die beobachtete Nutzung. Sie zeigen nicht, ob der individuelle Bedarf vollständig gedeckt wurde oder wie lange jemand auf einen Termin wartete.
Warum sind höhere Ausgaben kein Qualitätsurteil?
Ein höherer abgerechneter Umsatz kann mit Preisen, Zahl und Art der Leistungen zusammenhängen. Für ein Urteil über Behandlungsergebnisse braucht es andere Daten: etwa zum Gesundheitszustand, zur Teilhabe, zu Wartezeiten und zum tatsächlichen Bedarf. Der Bericht enthält umfangreiche Abrechnungsanalysen, aber keinen Beweis für die pauschale Behauptung, zusätzliches Geld komme „weder bei Praxen noch bei Patienten an". Auch aus dem Umsatz einer Kassenart lässt sich keine Gewinn- oder Lohnentwicklung einer einzelnen Praxis ableiten.
Der spätere Heilmittel-Report 2026 widmet sich ausdrücklich der Qualität der Heilmittelversorgung. Bericht 2025 und Report 2026 haben damit unterschiedliche Schwerpunkte und Datenstände. Wer aktuelle Qualitätsfragen beantwortet, sollte beide nicht als dieselbe Untersuchung behandeln.
Was kann eine Praxis aus den Daten ableiten?
Die AOK-Zahlen sind ein Vergleichspunkt für die Entwicklung des Systems, kein Sollwert für eine einzelne Praxis. Für eigene Entscheidungen zählen die tatsächlich behandelten Fälle, Verordnungsarten, Kapazitäten und betriebswirtschaftlichen Daten der Praxis. Wie sich eigene Heilmittelverordnungen sachgerecht analysieren lassen, erklärt der Wissensartikel. Die Grundlagen zu Bedarf, Nutzung und Zugang stehen im Wissensbereich Heilmittelversorgung.
Quellen und Prüfstand: WIdO-Heilmittelbericht 2025 einschließlich des dort angebotenen Original-PDF; WIdO-Heilmittel-Report 2026. Zahlenstand des Berichts: 2024; redaktionell geprüft am 28. September 2026.
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