Mehrere leere Verordnungsblätter für einen fortlaufenden Behandlungsbedarf
Mehrere leere Heilmittelverordnungen als Motiv für eine fortlaufende Behandlung

HENARA WISSEN / GLOSSAR

Orientierende Behandlungsmenge: Was bedeutet sie?

Die Orientierungsgröße im Heilmittelkatalog und ihr Unterschied zur Höchstmenge je Verordnung.

Die orientierende Behandlungsmenge gibt an, mit wie vielen Behandlungseinheiten das Therapieziel bei einer bestimmten Indikation in der Regel erreichbar ist. Sie steht im Heilmittelkatalog und bezieht sich auf einen Verordnungsfall bei der jeweiligen verordnenden Praxis. Sie ist keine starre Obergrenze für die gesamte Behandlung.

Wo steht die orientierende Behandlungsmenge?

Der Heilmittelkatalog in der Heilmittel-Richtlinie nennt sie für die jeweilige Indikation. Ergänzende Heilmittel zählen bei der Berechnung dieser Menge nicht mit. Für bestimmte podologische Behandlungen und die Ernährungstherapie ist keine orientierende Behandlungsmenge festgelegt.

Was passiert, wenn das Therapieziel noch nicht erreicht ist?

Die verordnende Praxis kann bei weiter bestehendem medizinischem Bedarf weitere Heilmittelverordnungen im selben Verordnungsfall ausstellen. Die individuellen Gründe muss sie in ihrer Patientendokumentation festhalten. Der Fachartikel zu weiteren Verordnungen erklärt den Ablauf und die Abgrenzung zur oft so genannten Folgeverordnung.

Ist sie die Höchstmenge je Verordnung?

Nein. Die Höchstmenge je Verordnung begrenzt grundsätzlich die Behandlungseinheiten auf einem einzelnen Vordruck. Die orientierende Behandlungsmenge betrachtet dagegen den üblichen Umfang bis zum Therapieziel im Verordnungsfall. Für langfristigen Heilmittelbedarf und besonderen Verordnungsbedarf gelten bei der Mengenbemessung besondere Regeln.

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Redaktioneller Stand: 01.10.2026. Quellen: G-BA: Heilmittel-Richtlinie, § 7.

Die genannten Regeln beziehen sich auf die vertragsärztliche GKV-Heilmittelversorgung; konkrete Fälle und spätere Änderungen sind anhand der dann gültigen Regeln zu prüfen.